Angebote für Menschen mit Handycap

Ich berühre und bin berührt

Seit 2000 bin ich Sexualassistentin für Menschen mit Handicap. Nach dem Erstgespräch, in dem geklärt wird, welche Wünsche, Träume und Sehnsüchte mein Gegenüber hat, startet ein Prozess: es entwickelt sich eine Beziehung. Ein gemeinsamer Weg beginnt.

Ich fühle mich Dir gegenüber ein durch Massage, Streicheln, Halten und Beieinanderliegen. Dabei erfahre ich, was du  brauchst. Kommunikation ist das A und O in dieser Art des Daseins. Auch das Leuchten der Augen verstehe ich als Feedback.

Die Begegnungen sollten mindestens 1 Stunde dauern. Die Kosten betragen ab 70€ und errechnen sich aus Raummiete oder Fahrtkosten zu Dir nach Hause.

Da wir alle andere Bedürfnisse und Neigungen haben, ist jede Begegnung individuell. Wir sind nunmal alle einzigartig.

CK6A9277Kurz nach meiner Ausbildung zur Massagetherapeutin begegnete ich über meine Nachbarin einem 20 Jahre altem Rollstuhlfahrer.

Wir waren uns sympathisch, und sprachen recht offen. Er erzählte mir, dass es in seiner Situation, mit einer schweren körperlichen Einschränkung, fast unmöglich ist eine Frau kennenzulernen, er aber auch nicht gänzlich auf Körperkontakt und Sexualität verzichten möchte. Ich verstand dies total gut!! Er interessierte sich für meine Ausbildung, und dass auch Paarmassage und Sexualassistenz ein Teil der Ausbildung war. Wir vereinbarten einen Termin für Massage und Handentspannung. Von da an kam ich 1x pro Woche über einen Zeitraum von 10 Jahren zu ihm, oft mit einer neuen „Spielzeugüberraschung“.

Wichtig in der Sexualassistenz ist, die eigenen Grenzen und die des Anderen nicht zu überschreiten!

Gegenseitiger Respekt ist die Grundlage meiner Arbeit!!!

In den letzten 15 Jahren habe ich nur einen Pflegedienst gefunden, der meinem Konzept der Sexualassistenz entgegenkam, und mich an Betroffene vermittelte. Menschen mit körperlicher Behinderung trauen sich selbst noch nicht, ihrem so menschlichem Bedürfnis eine Stimme zu geben. In anderen europäischen Ländern ist dies bei den Krankenkassen schon lange angekommen.

Wenn Ihr betroffen seid, traut Euch! 😉

ALLES LIEBE wünscht euch Sabine

Hier ein Erfahrungsbericht von Andreas:

„Sabine Müller ist eine Sexualassistentin, die seit knapp 2 Jahren mit mir arbeitet.

Was ist Sexualassistenz? Sexualassistenz ist aus meiner Sicht eine große Chance für körperlich, mental , seelisch eingeschränkte oder sogar schwerbehinderte Menschen, das Bedürfnis von Zuneigung, Körperlichkeiten und auch eine Form von Sexualität auszuleben bzw. zu erfahren.

Es gibt sehr viele Formen der Sexualassistenz: Streicheln (körperliche Zuneigungen) oder aber einfach eine abendliche Begleitung (dabei handelt es sich aber nicht um Escortservice) etc. Es ist unumstritten, dass es sich bei allen Formen um eine Form von vielen Möglichkeiten derer, wie man Sexualität leben bzw. erleben kann, handelt. Bei keiner dieser Formen, welche Sabine in Ihre Arbeit einbringt, handelt es sich um Geschlechtsverkehr.

Ich distanziere mich ausdrücklich von Äußerungen, die besagen dass Sabine in Ihrer Arbeit ausschliesslich Geschlechtsverkehr einfließen lässt. Diese Behauptungen sind schlicht und ergreifend falsch und an dieser Stelle noch einmal mit aller Deutlichkeit zurückzuweisen.

Sexualassistenz beinhaltet natürlich viele Facetten wie bereits im oberen Abschnitt angedeutet, sie beinhaltet auch die Möglichkeit, dass Sabine  zweier zusammenlebenden, aber eben beiderseits stark eingeschränkten Personen, gemeinsam Sexualität zu erleben hilft.

Es ist unbestritten, dass die Grenzen für Menschen, die sich mit dem Thema Sexualität und Behinderung noch nicht beschäftigt haben, fließend sein mögen. Man kann unbestritten Sexualassistenz und Geschlechtsverkehr in Einklang bringen, nur das ist definitiv bei Sabine  nicht der Fall . Menschen, die so etwas behaupten, haben meiner Meinung nach etwas Wichtiges bisher in ihrem Leben verpasst. Zärtlichkeit und körperliche Nähe kann eben auf unterschiedliche Weise erfahren werden.

An dieser Stelle verweise ich auch an den Verein Sibi e.V. (http://www.sibi-ev.de)

Sibi ist der lateinische Ausdruck für selbst (selbstbestimmte Sexualität für Menschen mit Behinderung). Dieser Verein wurde im März 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Saarbrücken. Auf dessen Homepage und auch auf der Homepage von Ute Himmelsbach (www.tantra-relaks.de – ganzheitliche Massagen) kann man sich überzeugen von der Seriosität von Sexualassistenz.

Natürlich ist es unumstritten, dass es im Zusammenhang mit Sexualassistenz zu Geschlechtsverkehr kommen kann, soweit dies gewünscht wird, dann allerdings nur im beiderseitigen Einverständnis der Assistenzgebenden und -nehmenden Person. Eine Selbstverständlichkeit ist dies ausdrücklich nicht, denn das unterscheidet Sexualassistenz von Prostitution deren Absicht Verkehr ist!

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Mende“